Die deutsche Dichterin Monika Rinck erhält den mit 15.000 Euro dotierten Ernst-Jandl-Preis für Lyrik 2017. Die Überreichung des Preises erfolgt duch Bundesminister Thomas Drozda am 1. Juli im Rahmen der Ernst-Jandl-Lyriktage in Neuberg an der Mürz.

 

Eine fünfköpfige Jury bestend aus Friederike Mayröcker, Alfred Kolleritsch, Klaus Reichert, Paul Jandl und Thomas Poiss wählte die Preisträgerin. Die Jury-Begründung lautet: "Das Werk von Monika Rinck ist eine große Versuchsanordnung in Sachen Gegenwart. Es entsteht aus einer emphatischen Idee von Geistesgegenwärtigkeit, in der Welt und Leben sich in die Dichtung einschreiben, so wie umgekehrt die Poesie ein Gegenstand der Wirklichkeit wird. Die Grenzen zwischen den Gattungen sind bei Rincks Arbeit fließend. Das Gedicht kann unversehens zum kleinen Essay werden und die Theorie zur poetischen Praxis. Und in jeder Zeile oszilliert dieses Schreiben zwischen Analyse und Unmittelbarkeit, um deren Wechselwirkungen zu erkunden."

 

Die 1969 in Zweibrücken (D) geborene Monika Rinck veröffentlichte Gedichte, Essays, Prosa und Übersetzungen und lehrte unter anderem am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Rinck lebt als Autorin in Berlin. Ihre Arbeit wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter mit dem Peter-Huchel-Preis und dem renommierten Kleist-Preis. Zu ihren Werken zählen das Essayband "Risiko und Idiotie. Streitschriften", das Hörbuch "Lieder für die letzte Runde" und der Band "Wir. Essay".

 

Der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik wurde zum Gedenken an den im Jahr 2000 verstorbenen Autor und Dichter Ernst Jandl initiiert und wird seit dem Jahr 2001 alle zwei Jahre für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Lyrik vergeben. Der Preis wurde bisher an Thomas Kling, Felix Philipp Ingold, Michael Donhauser, Paul Wühr, Ferdinand Schmatz, Peter Waterhouse, Elke Erb und Franz Josef Czernin vergeben.